Weihnachtsmarkt im Weihnachtsurwald

Weihnachtsmarkt im Weihnachtsurwald

time 11:00

16. Dezember 2018

Weihnachten 1929 war ein friedliches Fest. Bald ist die Krise zu Ende, dachten damals die Menschen. Ob die Menschen der Weimarer Republik ahnten, was sie erwartet, im letzten jahr der Goldenen Zwanzigern? Vielen erschienen jedenfalls andere Sorgen drückender als die abstrakte Weltwirtschaft, denn im Winter 1929 war es ziemlich kalt auf den Straßen Berlins.

Am 3. Advent präsentiert sich der Weihnachtsurwald am Ballhaus Berlin in einem Ambiente wie die einfachen Weihnachtsstände im Berlin der 1920er Jahre. Ohne viel Schnickschnack und Schi Schi. Hier sucht man sich in stimmungsvoller Atmosphäre den Weihnachtsbaum aus.
Nicht jeder hat in Berlin einen Balkon oder sogar einen Garten. Schon damals war in Berlin Wohnraum knapp. Daher können die Weihnachtsbäume auch gemietet werden, denn nach dem Fest werden sie wieder ausgepflanzt für ein Wild- oder Waldprojekt.

In der verwunschenen Landschaft des Berliner Weihnachtsurwalds ist für das leibliche Wohl mit rustikalen heißen Speisen und Getränken gesorgt. Ob 2018 auch so kalt und schneereich wird wie 1929? Es gibt heute wie damals eine Menge Parallelen…

Geöffnet von 11:00 bis 17:00 Uhr

Über den Weihnachtsurwald:

Der Weihnachtsurwald ist ein gartenkünstlerische Annäherung an den so genannten Bornimer Stil, eine Strömung des Art deco Gartenstil der 1920er Jahre. Das Landschaftliche wird dabei räumlich konzentriert und wohnlich gemacht. Das Gelände wird plastisch durchgeformt. Die Betonung dieser Hügel- und Absenkungslandschaften erfolgt durch Wege und Pflanzungen. Bei der Bepflanzung wurden bereits in den Zwanzigern mit Hilfe pflanzensoziologischer Kriterien „ökologische Bilder“ geschaffen, die sich aus den jeweiligen Standorten und Jahreszeiten ableiteten. Über die „Schönheit“ der Pflanze wollte man ein Gleichgewicht zwischen Natur und Kultur herstellen, über den Garten die psychische und geistige Befreiung des Menschen erreichen. Ein Garten sollte dabei nach sachlichen Überlegungen geschaffen werden. Er würde dann von alleine in seine Gartenschönheit hineinwachsen. Die in ihrer Wuchsart nicht behinderte Pflanzen verbanden Haus und Garten. Der damalige „Garten für Jedermann“ nutzten bereits in allen Bereichen die Sonnenenergie optimal aus. Im ergänzenden und durchdringenden Nebeneinander zweier Kunstwelten („des regelmässig-architektonischen und des natürlich stilisierten“) gab keinen Unterschied zwischen einem Nutz- und einem Lustgarten.

Der Weihnachtsurwald ist eine Idee und wurde umgesetzt vom Pflanzenkünstler und Szenografen Andreas Fritz, Urenkel des deutschen Filmarchitekts Karl Vollbrecht mit herausragender Karriere während der Weimarer Republik unter Fritz Lang (Metropolis, „M“, Dr. Mabuse, Frau im Mond, Die Nibelungen uvm).

Untertitel: Buchwidmung von Fritz Lang zu Weihnachten 1928 „Frau im Mond“

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